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Humorale Immunantwort aufgrund von Coxiella burnetii-Feldinfektionen und -Impfungen bei Schafen:

 Q-Fieber ist eine Zoonose, die durch das Bakterium Coxiella (C.) burnetii verursacht wird; mit C. burnetii infizierte Wiederkäuer scheiden den Erreger in großen Mengen insbesondere mit Geburtsmaterial während eines Abortes oder einer physiologischen Geburt aus. In Deutschland kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Q-Fieber-Kleinraumepidemien beim Menschen die häufig im Zusammenhang mit lammenden Schafe standen. Deshalb sind schnelle und effiziente Kontrollmaßnahmen eine wesentliche Voraussetzung, um die Übertragung von infizierten Schafherden auf Menschen zu verhindern.

In einer Studie wurden drei C. burnetii-positive Schafherden mit einem inaktivierten C. burnetii-Phase-I-Impfstoff geimpft. Um das Ausmaß des Q-Fieber-Geschehens sowie die Auswirkungen der Impfung zu überprüfen, wurden Serumproben und Vaginaltupfer zu verschiedenen Zeitpunkten immer von denselben Schafen genommen. Die Serumproben wurden mittels phasenspezifischer IgG-Phase I- und Phase II-ELISAs und einem zugelassenen, kommerziellen ELISA (gleichzeitiger Nachweis beider Phasenvariationen) untersucht. Die Vaginaltupfer wurden mittels qPCR analysiert. Eine vierte Schafherde ohne Q-Fieber-Historie und ohne C.-burnetii-Vakzinierung wurde als Kontrollgruppe zur Evaluierung der phasenspezifischen ELISA-Tests eingesetzt.

Der inaktivierte C. burnetii Phase-I-Impfstoff induzierte besonders bei Schafen, die vor der Impfung serologisch negativ getestet wurden, zuerst eine IgG-Phase II-Reaktion. Außerdem scheint die Lebensdauer der impfinduzierten Antikörper von den vorhergehenden Infektionen abzuhängen. Etwa 16 Monate nach Erstimpfung waren hauptsächlich IgG-Phase-I-Antikörper nachweisbar. Die Impfung verhinderte nicht die C. burnetii-Ausscheidungen der nächsten Lammzeit. Bei den phasenpezifischen ELISAs konnten mehr C. burnetii positive Schafe als beim phasenunspezifischen ELISA nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass phasenpezifische ELISAs geeignete Diagnostikmethoden sind, um weitere Erkenntnisse über die humorale Immunantwort aufgrund von C. burnetii-Feldinfektionen und Impfungen bei Schafen zu erhalten.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt. © 2021 Elsevier Ltd. All rights reserved.

Quelle: Benjamin U. Bauer, Michael R. Knittler, T. Louise Prüfer, Annika Wolf, Svea Matthiesen, Martin Runge, Martin Ganter (2021) Humoral immune response to Q fever vaccination of three sheep flocks naturally pre-infected with Coxiella burnetii. Vaccine, Volume 39, Issue 10, 5 March 2021, Pages 1499-1507, https://doi.org/10.1016/j.vaccine.2021.01.062

Abstract lesen (Englisch)

Konzept eines aktiven Surveillance-Systems für Q-Fieber bei Kleinen Wiederkäuern in Deutschland - Konflikte zwischen Best Practices und Machbarkeit

Q-Fieber ist eine zoonotische Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Die Inhalation von kontaminierten Staubpartikeln oder Aerosolen, die von Tieren (v.a. kleine Wiederkäuer) stammen, ist die Hauptinfektionsquelle für den Menschen. Um Infektionen beim Menschen zu verhindern, wurde ein aktives Frühwarnsystem für Q-Fieber in Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland konzipiert. In diesem Konzept wird zunächst die beste Vorgehensweise zur Etablierung des Systems beschrieben (best practice), bevor die Machbarkeit bewertet wird, da die Kombination dieser beiden Aspekte Konflikte hervorruft. Best practice: Um C. burnetii-ausscheidende Tiere zu erkennen, sollten Herden aller Haltungssysteme (v.a. Herden mit reproduktiven, weiblichen Tieren) mittels Vaginaltupfer beprobt werden und die gepoolten Proben mittels PCR untersucht werden. Dabei ist eine mehrstufige, risikobasierte Probenahme auf Herdenebene sowie innerhalb der Herde durchzuführen. Auf Herdenebene müssen alle Herden beprobt werden, bei denen das Risiko einer Erregerübertragung auf den Menschen besteht. Innerhalb der Herde müssen alle Zutreter und Muttern nach dem Ablammen getestet werden, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass eine positive Herde identifiziert wird. Die Beprobung sollte während der Hauptablammzeit und vor dem Weideauftrieb erfolgen. Außerdem sollten einzelne Tiere vor dem Weideauftrieb sowie vor Ausstellung getestet werden, um einen negativen Status sicherzustellen. Wenn innerhalb einer Herde mindestens ein positives Testergebnis vorhanden ist, sind herdenspezifische Kontrollmaßnahmen durchzuführen. Machbarkeit: Dieses Konzept ist mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden (Probentestung, Kontrollmaßnahmen, etc.). Daher sollten praktikable und erschwingliche Präventivmaßnahmen die Testung ersetzen, wo immer dies vertretbar ist. In diesem Zusammenhang wird die präventive und flächendeckende Impfung von Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland besonders empfohlen.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt

Quelle: Winter F, Schoneberg C, Wolf A, Bauer BU, Prüfer TL, Fischer SF, Gerdes U, Runge M, Ganter M and Campe A (2021) Concept of an Active Surveillance System for Q Fever in German Small Ruminants — Conflicts Between Best Practices and Feasibility. Front. Vet. Sci. 8:623786. doi: 10.3389/fvets.2021.623786

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