News

.

Konzept eines aktiven Surveillance-Systems für Q-Fieber bei Kleinen Wiederkäuern in Deutschland - Konflikte zwischen Best Practices und Machbarkeit

Q-Fieber ist eine zoonotische Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Die Inhalation von kontaminierten Staubpartikeln oder Aerosolen, die von Tieren (v.a. kleine Wiederkäuer) stammen, ist die Hauptinfektionsquelle für den Menschen. Um Infektionen beim Menschen zu verhindern, wurde ein aktives Frühwarnsystem für Q-Fieber in Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland konzipiert. In diesem Konzept wird zunächst die beste Vorgehensweise zur Etablierung des Systems beschrieben (best practice), bevor die Machbarkeit bewertet wird, da die Kombination dieser beiden Aspekte Konflikte hervorruft. Best practice: Um C. burnetii-ausscheidende Tiere zu erkennen, sollten Herden aller Haltungssysteme (v.a. Herden mit reproduktiven, weiblichen Tieren) mittels Vaginaltupfer beprobt werden und die gepoolten Proben mittels PCR untersucht werden. Dabei ist eine mehrstufige, risikobasierte Probenahme auf Herdenebene sowie innerhalb der Herde durchzuführen. Auf Herdenebene müssen alle Herden beprobt werden, bei denen das Risiko einer Erregerübertragung auf den Menschen besteht. Innerhalb der Herde müssen alle Zutreter und Muttern nach dem Ablammen getestet werden, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass eine positive Herde identifiziert wird. Die Beprobung sollte während der Hauptablammzeit und vor dem Weideauftrieb erfolgen. Außerdem sollten einzelne Tiere vor dem Weideauftrieb sowie vor Ausstellung getestet werden, um einen negativen Status sicherzustellen. Wenn innerhalb einer Herde mindestens ein positives Testergebnis vorhanden ist, sind herdenspezifische Kontrollmaßnahmen durchzuführen. Machbarkeit: Dieses Konzept ist mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden (Probentestung, Kontrollmaßnahmen, etc.). Daher sollten praktikable und erschwingliche Präventivmaßnahmen die Testung ersetzen, wo immer dies vertretbar ist. In diesem Zusammenhang wird die präventive und flächendeckende Impfung von Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland besonders empfohlen.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt

Quelle: Winter F, Schoneberg C, Wolf A, Bauer BU, Prüfer TL, Fischer SF, Gerdes U, Runge M, Ganter M and Campe A (2021) Concept of an Active Surveillance System for Q Fever in German Small Ruminants — Conflicts Between Best Practices and Feasibility. Front. Vet. Sci. 8:623786. doi: 10.3389/fvets.2021.623786

Lesen Sie die ganze Publikation (Englisch)

Q-Fieber: Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten -

 Im Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten beantwortet PD Dr. rer. nat. Anja Lührmann (siehe auch Teilprojekt 7), die den interdisziplinären Verbund Q-GAPS koordiniert, gemeinsam mit ihren Verbundkolleginnen und -kollegen wichtige Fragen zum Q-Fieber auslösenden Erreger Coxiella burnetii, dessen Infektiosität und Verbreitung. Des Weiteren werden Hintergrundinformationen zum Q-Fieber, einer Infektionskrankheit, die in der Öffentlichkeit bislang wenig bis keine Beachtung findet, vermittelt.

Weiter zum Newsletter

Q-Fieber - Zoonose des Monats:

 Unter der Rubrik „Zoonose des Monats" möchte die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen einen weiteren Einblick in die vielfältige und spannende Zoonosenforschung innerhalb der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen geben. Für den Monat Januar wurde hierfür Coxiella burnetii, der Erreger des Q-Fiebers ausgewählt. Der Erregersteckbrief wurde vom Konsortium Q-GAPS verfasst.

Weiter zum Erregersteckbrief

Powered by Papoo 2016
42547 Besucher