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Gem. Arbeitstagung der NRLs Chlamydose, Q-Fieber, Paratuberkulose und Tuberkulose der Rinder, 21.04.-22.04.20, Online:

 Veranstalter: Friedrich-Loeffler-Institut
Die Leiterinnen der Nationalen Referenzlabore Chlamydiose, Q-Fieber, Paratuberkulose und Tuberkulose der Rinder laden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von veterinär- und humanmedizinischen Untersuchungseinrichtungen und Tiergesundheitsdiensten, Tierärzte, Ärzte und weitere interessierte Kreise zur Arbeitstagung 2021 ein. Es ist geplant über Neuerungen in der Diagnostik und Erfahrungen bei der Bekämpfung zu berichten, sowie aktuelle Daten zum Auftreten und Vorkommen der Erkrankungen darzustellen. Die Tagung soll auch dazu dienen, dass Sie Ihre Erfahrungen weitergeben und sich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen.

WEITERE INFORMATIONEN

Humorale Immunantwort aufgrund von Coxiella burnetii-Feldinfektionen und -Impfungen bei Schafen:

 Q-Fieber ist eine Zoonose, die durch das Bakterium Coxiella (C.) burnetii verursacht wird; mit C. burnetii infizierte Wiederkäuer scheiden den Erreger in großen Mengen insbesondere mit Geburtsmaterial während eines Abortes oder einer physiologischen Geburt aus. In Deutschland kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Q-Fieber-Kleinraumepidemien beim Menschen die häufig im Zusammenhang mit lammenden Schafe standen. Deshalb sind schnelle und effiziente Kontrollmaßnahmen eine wesentliche Voraussetzung, um die Übertragung von infizierten Schafherden auf Menschen zu verhindern. In einer Studie wurden drei C. burnetii-positive Schafherden mit einem inaktivierten C. burnetii-Phase-I-Impfstoff geimpft. Um das Ausmaß des Q-Fieber-Geschehens sowie die Auswirkungen der Impfung zu überprüfen, wurden Serumproben und Vaginaltupfer zu verschiedenen Zeitpunkten immer von denselben Schafen genommen. Die Serumproben wurden mittels phasenspezifischer IgG-Phase I- und Phase II-ELISAs und einem zugelassenen, kommerziellen ELISA (gleichzeitiger Nachweis beider Phasenvariationen) untersucht. Die Vaginaltupfer wurden mittels qPCR analysiert. Eine vierte Schafherde ohne Q-Fieber-Historie und ohne C.-burnetii-Vakzinierung wurde als Kontrollgruppe zur Evaluierung der phasenspezifischen ELISA-Tests eingesetzt. Der inaktivierte C. burnetii Phase-I-Impfstoff induzierte besonders bei Schafen, die vor der Impfung serologisch negativ getestet wurden, zuerst eine IgG-Phase II-Reaktion. Außerdem scheint die Lebensdauer der impfinduzierten Antikörper von den vorhergehenden Infektionen abzuhängen. Etwa 16 Monate nach Erstimpfung waren hauptsächlich IgG-Phase-I-Antikörper nachweisbar. Die Impfung verhinderte nicht die C. burnetii-Ausscheidungen der nächsten Lammzeit. Bei den phasenpezifischen ELISAs konnten mehr C. burnetii positive Schafe als beim phasenunspezifischen ELISA nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass phasenpezifische ELISAs geeignete Diagnostikmethoden sind, um weitere Erkenntnisse über die humorale Immunantwort aufgrund von C. burnetii-Feldinfektionen und Impfungen bei Schafen zu erhalten.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt. © 2021 Elsevier Ltd. All rights reserved.

Quelle: Benjamin U. Bauer, Michael R. Knittler, T. Louise Prüfer, Annika Wolf, Svea Matthiesen, Martin Runge, Martin Ganter (2021) Humoral immune response to Q fever vaccination of three sheep flocks naturally pre-infected with Coxiella burnetii. Vaccine, Volume 39, Issue 10, 5 March 2021, Pages 1499-1507, https://doi.org/10.1016/j.vaccine.2021.01.062

Abstract lesen (Englisch)

Konzept eines aktiven Surveillance-Systems für Q-Fieber bei Kleinen Wiederkäuern in Deutschland - Konflikte zwischen Best Practices und Machbarkeit

Q-Fieber ist eine zoonotische Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Die Inhalation von kontaminierten Staubpartikeln oder Aerosolen, die von Tieren (v.a. kleine Wiederkäuer) stammen, ist die Hauptinfektionsquelle für den Menschen. Um Infektionen beim Menschen zu verhindern, wurde ein aktives Frühwarnsystem für Q-Fieber in Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland konzipiert. In diesem Konzept wird zunächst die beste Vorgehensweise zur Etablierung des Systems beschrieben (best practice), bevor die Machbarkeit bewertet wird, da die Kombination dieser beiden Aspekte Konflikte hervorruft. Best practice: Um C. burnetii-ausscheidende Tiere zu erkennen, sollten Herden aller Haltungssysteme (v.a. Herden mit reproduktiven, weiblichen Tieren) mittels Vaginaltupfer beprobt werden und die gepoolten Proben mittels PCR untersucht werden. Dabei ist eine mehrstufige, risikobasierte Probenahme auf Herdenebene sowie innerhalb der Herde durchzuführen. Auf Herdenebene müssen alle Herden beprobt werden, bei denen das Risiko einer Erregerübertragung auf den Menschen besteht. Innerhalb der Herde müssen alle Zutreter und Muttern nach dem Ablammen getestet werden, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass eine positive Herde identifiziert wird. Die Beprobung sollte während der Hauptablammzeit und vor dem Weideauftrieb erfolgen. Außerdem sollten einzelne Tiere vor dem Weideauftrieb sowie vor Ausstellung getestet werden, um einen negativen Status sicherzustellen. Wenn innerhalb einer Herde mindestens ein positives Testergebnis vorhanden ist, sind herdenspezifische Kontrollmaßnahmen durchzuführen. Machbarkeit: Dieses Konzept ist mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden (Probentestung, Kontrollmaßnahmen, etc.). Daher sollten praktikable und erschwingliche Präventivmaßnahmen die Testung ersetzen, wo immer dies vertretbar ist. In diesem Zusammenhang wird die präventive und flächendeckende Impfung von Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland besonders empfohlen.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt

Quelle: Winter F, Schoneberg C, Wolf A, Bauer BU, Prüfer TL, Fischer SF, Gerdes U, Runge M, Ganter M and Campe A (2021) Concept of an Active Surveillance System for Q Fever in German Small Ruminants — Conflicts Between Best Practices and Feasibility. Front. Vet. Sci. 8:623786. doi: 10.3389/fvets.2021.623786

Lesen Sie die ganze Publikation (Englisch)

Q-Fieber: Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten -

 Im Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten beantwortet PD Dr. rer. nat. Anja Lührmann (siehe auch Teilprojekt 7), die den interdisziplinären Verbund Q-GAPS koordiniert, gemeinsam mit ihren Verbundkolleginnen und -kollegen wichtige Fragen zum Q-Fieber auslösenden Erreger Coxiella burnetii, dessen Infektiosität und Verbreitung. Des Weiteren werden Hintergrundinformationen zum Q-Fieber, einer Infektionskrankheit, die in der Öffentlichkeit bislang wenig bis keine Beachtung findet, vermittelt.

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Q-Fieber - Zoonose des Monats:

 Unter der Rubrik „Zoonose des Monats" möchte die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen einen weiteren Einblick in die vielfältige und spannende Zoonosenforschung innerhalb der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen geben. Für den Monat Januar wurde hierfür Coxiella burnetii, der Erreger des Q-Fiebers ausgewählt. Der Erregersteckbrief wurde vom Konsortium Q-GAPS verfasst.

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Q-FIEBER AUSBRUCH IN BULGARIEN – MEHR ALS 20 PERSONEN INFIZIERT:
 In der bulgarischen Stadt Gabrovo wurden mehr als 20 Personen, die eigentlich aufgrund eines Verdachts auf eine SARS-CoV2-Infektion getestet worden waren, positiv auf Q-Fieber getestet. Das teilte der bulgarische nationale Gesundheitsinspektor Prof. Todor Kantardzhiev bei seinem Briefing zur SARS-CoV2-Pandemie mit. Bei den betroffenen Personen handelt es sich um Tierärzte und Mitarbeiter zweier Rinderbetriebe sowie einer Schäferei. Um die Ausbreitung des Q-Fiebers einzudämmen, wurden laut Prof. Kantardzhiev die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.
(Gekürzt und übersetzt aus: ProMED Digest, Vol 95, Issue 74).

Meldung vom 19.05.2020
Quelle: Sofia News Agency/www.novinite.com

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Q-FIEBER-AUSBRUCH IN DER NORDSPANISCHEN PROVINZ LA RIOJA – 6 PATIENTEN STATIONÄR AUFGENOMMEN

In den Gesundheitszentren der Provinz La Rioja wurden bisher 9 Personen aufgrund einer Q-Fieber-Infektion behandelt, wobei 3 Personen stationäraufgenommen wurden. Auch 3 Patienten aus dem Baskenland werden derzeit stationär behandelt. Alle erkrankten Personen hielten sich in ländlichen Gebieten der Provinz La Rioja auf und hatten Kontakt mit infizierten Tieren bzw. neugeborenen Zicklein. Er kürzlich berichtete das Gesundheitsministerium der Provinz Valencia über einen weiteren Q-Fieber-Ausbruch in Villajoyosa (Alicante). Damals wurden 6 Fälle gemeldet.
(Gekürzt und übersetzt aus: ProMED Digest, Vol 90, Issue 6)

Meldung vom 02.12.19
Quelle: www.animalshealth.es

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Q-FIEBER-AUSBRUCH IN ALBSTADT TAIFLINGEN

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Meldung vom 22.08.2019
Quelle: https://www.aerzteblatt.de

Q-FIEBER-AUSBRUCH IM TESSINER MAGGIA-TAL

Im Tessiner Maggiatal, Schweiz, traten in den vergangenen Wochen mehrere Fälle von Lungenentzündungen auf. Es stellte sich heraus, dass die erkrankten Personen mit Coxiella burnetti, dem Erreger des Q-Fiebers, infiziert wurden. Das Q-Fieber gehört in der Schweiz zu den meldepflichtigen Krankheiten. „Seit Anfang des Jahres seien rund 50 Fälle gemeldet geworden, davon gut 20 aus dem Tessin", gab Daniel Koch vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage bekannt. Vermutlich ist eine infizierte Ziegenherde die Ursache für die Erkrankungen.
Um die Ansteckungsgefahr für den Menschen zu reduzieren, wurde von der Tessiner Gesundheitsbehörde die Impfung der Tiere angeordnet. Für diese Impfung musste der Bund der Gesundheitsbehörde erst eine Spezialgenehmigung erteilen, da es in der Schweiz laut dem Institut für Virologie und Immunologie derzeit keine Zulassung für die Anwendung des Impfstoffes gibt. Somit kann der Impfstoff nun importiert und eingesetzt werden. Des Weiteren wurde der Transport der Tiere von einem Betrieb zum anderen untersagt. Die vom Kanton Tessin eingeleiteten Maßnahmen dienen dazu, der Q-Fieber Infektionsgefahr ein baldiges Ende zu bereiten. Als wahrscheinliche Ursache für die hohe Infektionsrate wird die Geburt der ersten Zicklein vor ein paar Monaten angesehen. Außerdem haben wohl die Trockenheit und der Wind der vergangenen Monate auch dazu beigetragen, dass sich das Q-Fieber ausbreiten konnte.
(Quellen: ProMED-mail, 04.06.2019, Archivnummer: 20190604.6502499, www.fm1today.ch; www.srf.ch)

Meldung vom 03.06.19/06.06.19
Quelle: www.fm1today.ch; www.srf.ch

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Workshops

Informationen für Human- und Veterinärmedizin zum Thema Q-Fieber bei Menschen und kleinen Wiederkäuern

„Wie können wir Wissenslücken über Q-Fieber bei Human- und Veterinärmedizinern schließen?"
Diese Leitfrage stand im Zentrum der beiden Workshops, die am 23. und 24. Mai 2019 in Hannover stattfanden. Für den Bereich Humanmedizin sowie für den Bereich Veterinärmedizin fand jeweils ein Workshop statt, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen beider Berufsgruppen einzugehen. Innerhalb dieser beiden Berufsgruppen waren Vertreter aus der Praxis und aus dem öffentlichen Gesundheitswesen in den Workshops aktiv, um die Besonderheiten in beiden Tätigkeitsbereichen zu berücksichtigen.
Bei den Veterinärmedizinern lag zudem ein Schwerpunkt auf denen, die in ihrem Fachbereich mit kleinen Wiederkäuern und/oder Rindern zu tun haben. Gemeinsam erarbeiteten neun Teilnehmer pro Workshop, welches Wissen über Q-Fieber den Kolleginnen und Kollegen in der jeweiligen Berufsgruppe sowie in dem entsprechenden Tätigkeitsbereich fehlt. Anschließend beantworten die Teilnehmer die Frage, welche Methoden am besten dafür geeignet sind, um ihren Kolleginnen und Kollegen Wissen zu einem bestimmten Thema zu vermitteln. Dabei berücksichtigten die Teilnehmer vor allem solche Methoden zur Wissensvermittlung, die notwendig sind, wenn die angesprochenen Human- und Veterinärmediziner für das Thema noch nicht sensibilisiert sind.
Die Erkenntnisse aus den bisherigen Fragestellungen nutzten die Teilnehmer dann, um die optimalen Methoden zu identifizieren, mit denen die Wissenslücken über Q-Fieber bei Human- und Veterinärmedizinern geschlossen werden können. Besonders wichtig war den Teilnehmern die interdisziplinäre Kommunikation über Q-Fieber. Ein direkter Austausch zwischen Human- und Veterinärmedizinern sowie zwischen den beiden Tätigkeitsbereichen „Praxis" und „öffentliches Gesundheitswesen" war in beiden Workshops zentrales Thema.
Q-GAPS wird diese Ergebnisse – zusammen mit den Ergebnissen aus der vorangegangenen Online-Umfrage (Siehe unten) – nun dafür nutzen, damit Human- und Veterinärmediziner das notwendige Wissen über Q-Fieber vermittelt bekommen.

Fenja Winter (Teilprojekt 2)
Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung
WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health
at the Human-Animal-Environment Interface
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

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