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Zoonoses 2021 - International Symposium on Zoonoses Research, 13.10. - 15.10.2021, Online:

 Auf Grund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Planungsunsicherheiten in Bezug auf Präsenzveranstaltungen findet das Symposium 2021 online statt.
Das Leitthema für 2021 lautet: "From disease ecology to SARS-CoV-2".

WEITERE INFORMATIONEN

Vorläufiges Programm

Hohe Prävalenz und neuer Genotyp von Coxiella burnetii bei Zecken, die Kamele in Somalia befallen:

 Coxiella burnetii ist das ätiologische Agens von Q-Fieber. Es kann Tiere, Menschen und Vögel sowie Zecken infizieren und ist weltweit verbreitet. Um die Epidemiologie von Coxiella burnetii in Somalia zu verstehen, wurden Zecken, die Kamele befallen hatten, aus fünf verschiedenen Regionen des Landes (Bari, Nugaal, Mudug, Sool und Sanaag) zwischen Januar und März 2018 gesammelt.

Diese Zecken wurden auf das Vorkommen von C. burnetii- und Coxiella-like Endosymbionten-DNA unter Verwendung von IS1111-, icd- und Com1-PCR getestet. Zudem wurde eine Sequenzierung der 16S-rRNA durchgeführt. Die molekulare Charakterisierung und Typisierung erfolgte durch adaA-Genanalyse und die Identifizierung des Plasmidtyps. Die weitere Typisierung wurde mittels Multi-Locus Variable-Number Tandem Repeats (MLVA/VNTR) Analyse durchgeführt. Die untersuchten Zecken (n = 237) wurden als Hyalomma spp. (n = 227, 95,8%), Amblyomma spp. (n = 8, 3.4%) und Ripicephalus spp. (n = 2, 0.8%) identifiziert. Insgesamt waren 59,1% (140/237) Coxiella spp. positiv. Mittels weiterer molekularer Marker (einschließlich Sanger-Sequenzierung) konnte C. burnetii eindeutig bestätigt werden. In der Typisierung ergab sich ein QpRS positiver und adaA-Gen negativer Genotyp, der in der anschließenden MLVA/VNTR-Genotypisierung einem neuen Genotyp (D21) zugeordnet werden konnte.

Somit ist erstmals C. burnetii in Zecken von Kamelen in Somalia nachgewiesen worden. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf ein wahrscheinlich endemisches Vorkommen des Erregers in Somalia.  Weitere epidemiologische Studien, in denen Proben aus Menschen, Tieren und Zecken im Kontext von One Health vergleichend untersucht werden, sind sinnvoll.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen adaptiert und übersetzt.

Quelle: Dimitrios Frangoulidis; Claudia Kahlhofer; Ahmed Shire Said; Abdinasir Yusuf Osman; Lidia Chitimia-Dobler; Yassir Adam Shuaib
Pathogens 2021, Volume 10, Issue 6, 741

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Eine unkomplizierte hypoxische Zellkulturmethode, die für Standard-Inkubatoren geeignet ist:

 Wir stellen ein neues und praktisches Verfahren vor, mit dem Zellkulturen ohne teure und hochspezialisierte Materialien hermetisch versiegelt und unter kontrollierten hypoxischen Bedingungen kultiviert werden können. Die Methode wurde für ein Maus-Zellkultursystem unter Verwendung der dendritischen Zelllinie JAWS II etabliert, kann jedoch mühelos an andere Zellkulturen adaptiert werden. Die Vorgehensweise wurde so konzipiert, dass eine einfache Realisierung in Zellkulturlaboren mit Standardinkubatoren möglich ist. Zudem werden nur leicht verfügbare Materialien, Ressourcen und Verbrauchsmaterialien wie 6-Well-Platten, entgastes Kulturmedium, CoCl2, ein Vakuumierer etc., jedoch keine weitere technisch aufwendige Labborausstattung benötigt.

Das hier präsentierte hypoxische Zellkulturverfahren ist technisch zuverlässig und experimentell sicher. Da unsere Methode in jedem Standardinkubator durchgeführt werden kann, ist sie sowohl für niedrigere, als auch höhere Biosicherheitsstufen geeignet.

 Straightforward Hypoxic Cell Culture Method

Fig. 1 Versiegelte hypoxische Zellkulturplatte

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt.

Quelle: Svea Matthiesen, Rico Jahnke, Michael R. Knittler
Methods Protoc. 2021, 4(2), 25; https://doi.org/10.3390/mps4020025

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Die Prävalenz von Coxiella burnetii bei Zecken in Europa und deren Rolle bei der Übertragung von Q-Fieber neu betrachtet – eine systematische Übersichtsarbeit

Coxiella burnetii, ein obligat intrazelluläres Bakterium, ist das ätiologische Agens der Zoonose Q-Fieber. Ursprünglich wurde der Erreger aus einer Zecke der Spezies Dermacentor andersonii isoliert. Daher wird neben dem Hauptübertragungsweg via Inhalation von kontaminierten Aerosolen, eine mögliche Übertragung durch den Zeckenbiss angenommen. Der seltene Nachweis von C. burnetii in Zecken und die schwierige Differenzierung zwischen C. burnetii und Coxiella-ähnlichen Endosymbionten (CLEs) stellen die Relevanz von Zecken bei der Epidemiologie von Q-Fieber in Frage.

In diesem Übersichtsartikel wurden systematisch Literaturdatenbanken nach neueren Prävalenzstudien bezüglich C. burnetii in Zecken in Europa sowie nach experimentellen Studien zur Vektorkompetenz durchsucht. Insgesamt wurden bei der Recherche 72 Studien miteinbezogen und hinsichtlich DNA-Nachweismethoden, Methoden zur Sammlung von Zecken, Staaten und untersuchten Zeckenspezies evaluiert. In 23 europäischen Ländern wurden von 25 verschiedenen Zeckenspezies Proben gesammelt. Insgesamt wurde eine Prävalenz von 4,8% bestimmt, wobei in der Hälfte der Studien keine Coxiella-DNA nachgewiesen werden konnte. In den südeuropäischen Ländern wurde eine signifikant höhere Prävalenz beobachtet, möglicherweise aufgrund des Vorkommens verschiedener Zeckenspezies, insbesondere Hyalomma spp. und Rhipicephalus spp. Im Vergleich dazu wurden bei einem ähnlichen Anteil der Studien Zecken verwendet, die durch die „Flagging und Dragging"-Methode oder durch Absammeln von Zecken bei Tieren erhalten wurden, wobei weniger als 30% der gesamten Zeckenproben von letzter Methode stammten. Es gab keinen signifikanten Unterschied bei den verschiedenen für den molekularen Nachweis verwendeten Zielgenen. Bei den meisten Studien wurde nicht zwischen C. burnetii und CLEs unterschieden. Die Anwendung spezifischer Nachweismethoden und die Bestätigung positiver Ergebnisse sind wichtig, um die Rolle der Zecken bei der Q-Fieber-Übertragung zu bestimmen. Es gab nur zwei Studien, welche die Vektorkompetenz von Zecken für C. burnetii in den letzten 20 Jahren evaluierten, was den Bedarf an weiterer Forschung zeigt.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt.

Quelle: Sophia Körner, Gustavo R Makert, Sebastian Ulbert, Martin Pfeffer, Katja Mertens-Scholz, The Prevalence of Coxiella burnetii in Hard Ticks in Europe and Their Role in Q Fever Transmission Revisited - A Systematic Review
Front Vet Sci. 2021 Apr 26; 8: 655715

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Q-Fieber im Lahn-Dill-Kreis aufgetreten:

 Im Lahn-Dill-Kreis wurde bei drei Menschen Q-Fieber diagnostiziert. Aufgrund des potentiell gefährlichen Krankheitsverlaufs bei Personen mit einer Abwehrschwäche, Herzfehlern, Herzklappenprothesen und Schwangeren  rät das Kreis-Gesundheitsamt Wetzlar zu erhöhter Vorsicht. „Menschen, die typische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen bei sich feststellen, sollten sich direkt an ihren Hausarzt wenden", hieß es in einer Mitteilung vom 23.04.21.
Das Kreis-Gesundheitsamt weist zudem darauf hin, dass ein frühzeitiger Beginn der Behandlung von Q-Fieber wichtig sei. Die meldepflichtige Krankheit ist mit Antibiotika gut behandelbar. Da der Erreger von Q-Fieber hauptsächlich durch kontaminierten Staub oder durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren übertragen wird, sollten daher gefährdete Menschen nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamtes den Kontakt zu Paarhufern - wie Rinder, Schafe und Ziegen - meiden. Auch Katzen, Hunde, Kaninchen und Wildtiere seien eine mögliche Infektionsquelle. Beim Q-Fieber handelt es sich um eine sogenannte Zoonose, d.h. eine Erkrankung, die vom Tier auf den Menschen übertragbar ist. Daher kann eine Übertragung von Mensch zu Mensch ausgeschlossen werden.

Meldung vom 23.04.2021
Quelle: Pressestelle des Dill-Lahn-Kreises, www.lahn-dill-kreis.de
© Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover - Photo: Schaf mit neugeborenem Lamm

Humorale Immunantwort aufgrund von Coxiella burnetii-Feldinfektionen und -Impfungen bei Schafen:

 Q-Fieber ist eine Zoonose, die durch das Bakterium Coxiella (C.) burnetii verursacht wird; mit C. burnetii infizierte Wiederkäuer scheiden den Erreger in großen Mengen insbesondere mit Geburtsmaterial während eines Abortes oder einer physiologischen Geburt aus. In Deutschland kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Q-Fieber-Kleinraumepidemien beim Menschen die häufig im Zusammenhang mit lammenden Schafe standen. Deshalb sind schnelle und effiziente Kontrollmaßnahmen eine wesentliche Voraussetzung, um die Übertragung von infizierten Schafherden auf Menschen zu verhindern.

In einer Studie wurden drei C. burnetii-positive Schafherden mit einem inaktivierten C. burnetii-Phase-I-Impfstoff geimpft. Um das Ausmaß des Q-Fieber-Geschehens sowie die Auswirkungen der Impfung zu überprüfen, wurden Serumproben und Vaginaltupfer zu verschiedenen Zeitpunkten immer von denselben Schafen genommen. Die Serumproben wurden mittels phasenspezifischer IgG-Phase I- und Phase II-ELISAs und einem zugelassenen, kommerziellen ELISA (gleichzeitiger Nachweis beider Phasenvariationen) untersucht. Die Vaginaltupfer wurden mittels qPCR analysiert. Eine vierte Schafherde ohne Q-Fieber-Historie und ohne C.-burnetii-Vakzinierung wurde als Kontrollgruppe zur Evaluierung der phasenspezifischen ELISA-Tests eingesetzt.

Der inaktivierte C. burnetii Phase-I-Impfstoff induzierte besonders bei Schafen, die vor der Impfung serologisch negativ getestet wurden, zuerst eine IgG-Phase II-Reaktion. Außerdem scheint die Lebensdauer der impfinduzierten Antikörper von den vorhergehenden Infektionen abzuhängen. Etwa 16 Monate nach Erstimpfung waren hauptsächlich IgG-Phase-I-Antikörper nachweisbar. Die Impfung verhinderte nicht die C. burnetii-Ausscheidungen der nächsten Lammzeit. Bei den phasenpezifischen ELISAs konnten mehr C. burnetii positive Schafe als beim phasenunspezifischen ELISA nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass phasenpezifische ELISAs geeignete Diagnostikmethoden sind, um weitere Erkenntnisse über die humorale Immunantwort aufgrund von C. burnetii-Feldinfektionen und Impfungen bei Schafen zu erhalten.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt. © 2021 Elsevier Ltd. All rights reserved.

Quelle: Benjamin U. Bauer, Michael R. Knittler, T. Louise Prüfer, Annika Wolf, Svea Matthiesen, Martin Runge, Martin Ganter (2021) Humoral immune response to Q fever vaccination of three sheep flocks naturally pre-infected with Coxiella burnetii. Vaccine, Volume 39, Issue 10, 5 March 2021, Pages 1499-1507, https://doi.org/10.1016/j.vaccine.2021.01.062

Abstract lesen (Englisch)

Konzept eines aktiven Surveillance-Systems für Q-Fieber bei Kleinen Wiederkäuern in Deutschland - Konflikte zwischen Best Practices und Machbarkeit

Q-Fieber ist eine zoonotische Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Die Inhalation von kontaminierten Staubpartikeln oder Aerosolen, die von Tieren (v.a. kleine Wiederkäuer) stammen, ist die Hauptinfektionsquelle für den Menschen. Um Infektionen beim Menschen zu verhindern, wurde ein aktives Frühwarnsystem für Q-Fieber in Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland konzipiert. In diesem Konzept wird zunächst die beste Vorgehensweise zur Etablierung des Systems beschrieben (best practice), bevor die Machbarkeit bewertet wird, da die Kombination dieser beiden Aspekte Konflikte hervorruft. Best practice: Um C. burnetii-ausscheidende Tiere zu erkennen, sollten Herden aller Haltungssysteme (v.a. Herden mit reproduktiven, weiblichen Tieren) mittels Vaginaltupfer beprobt werden und die gepoolten Proben mittels PCR untersucht werden. Dabei ist eine mehrstufige, risikobasierte Probenahme auf Herdenebene sowie innerhalb der Herde durchzuführen. Auf Herdenebene müssen alle Herden beprobt werden, bei denen das Risiko einer Erregerübertragung auf den Menschen besteht. Innerhalb der Herde müssen alle Zutreter und Muttern nach dem Ablammen getestet werden, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass eine positive Herde identifiziert wird. Die Beprobung sollte während der Hauptablammzeit und vor dem Weideauftrieb erfolgen. Außerdem sollten einzelne Tiere vor dem Weideauftrieb sowie vor Ausstellung getestet werden, um einen negativen Status sicherzustellen. Wenn innerhalb einer Herde mindestens ein positives Testergebnis vorhanden ist, sind herdenspezifische Kontrollmaßnahmen durchzuführen. Machbarkeit: Dieses Konzept ist mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden (Probentestung, Kontrollmaßnahmen, etc.). Daher sollten praktikable und erschwingliche Präventivmaßnahmen die Testung ersetzen, wo immer dies vertretbar ist. In diesem Zusammenhang wird die präventive und flächendeckende Impfung von Herden kleiner Wiederkäuer in Deutschland besonders empfohlen.

Diese Zusammenfassung wurde aus dem Englischen übersetzt

Quelle: Winter F, Schoneberg C, Wolf A, Bauer BU, Prüfer TL, Fischer SF, Gerdes U, Runge M, Ganter M and Campe A (2021) Concept of an Active Surveillance System for Q Fever in German Small Ruminants — Conflicts Between Best Practices and Feasibility. Front. Vet. Sci. 8:623786. doi: 10.3389/fvets.2021.623786

Lesen Sie die ganze Publikation (Englisch)

Q-Fieber: Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten -

 Im Newsletter 02/2021 des Forschungsnetzes Zoonotische Infektionskrankheiten beantwortet PD Dr. rer. nat. Anja Lührmann (siehe auch Teilprojekt 7), die den interdisziplinären Verbund Q-GAPS koordiniert, gemeinsam mit ihren Verbundkolleginnen und -kollegen wichtige Fragen zum Q-Fieber auslösenden Erreger Coxiella burnetii, dessen Infektiosität und Verbreitung. Des Weiteren werden Hintergrundinformationen zum Q-Fieber, einer Infektionskrankheit, die in der Öffentlichkeit bislang wenig bis keine Beachtung findet, vermittelt.

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Q-Fieber - Zoonose des Monats:

 Unter der Rubrik „Zoonose des Monats" möchte die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen einen weiteren Einblick in die vielfältige und spannende Zoonosenforschung innerhalb der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen geben. Für den Monat Januar wurde hierfür Coxiella burnetii, der Erreger des Q-Fiebers ausgewählt. Der Erregersteckbrief wurde vom Konsortium Q-GAPS verfasst.

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Q-Fieber Ausbruch in Bulgarien - Mehr als 20 Personen infiziert:
 In der bulgarischen Stadt Gabrovo wurden mehr als 20 Personen, die eigentlich aufgrund eines Verdachts auf eine SARS-CoV2-Infektion getestet worden waren, positiv auf Q-Fieber getestet. Das teilte der bulgarische nationale Gesundheitsinspektor Prof. Todor Kantardzhiev bei seinem Briefing zur SARS-CoV2-Pandemie mit. Bei den betroffenen Personen handelt es sich um Tierärzte und Mitarbeiter zweier Rinderbetriebe sowie einer Schäferei. Um die Ausbreitung des Q-Fiebers einzudämmen, wurden laut Prof. Kantardzhiev die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.
(Gekürzt und übersetzt aus: ProMED Digest, Vol 95, Issue 74).

Meldung vom 19.05.2020
Quelle: Sofia News Agency/www.novinite.com

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