NEWS

Quelle: benbauer

Meldung vom 03.06.19/06.06.19
Quelle: Quelle: www.fm1today.ch; www.srf.ch


Im Tessiner Maggiatal, Schweiz, traten in den vergangenen Wochen mehrere Fälle von Lungen entzündungen auf. Es stellte sich heraus, dass die erkrankten Personen mit Coxiella burnetti, dem Erreger des Q-Fiebers, infiziert wurden. Das Q-Fieber gehört in der Schweiz zu den meldepflichtigen Krankheiten. „Seit Anfang des Jahres seien rund 50 Fälle gemeldet geworden, davon gut 20 aus dem Tessin“, gab Daniel Koch vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage bekannt. Vermutlich ist eine infizierte Ziegenherde die Ursache für die Erkrankungen.
Um die Ansteckungsgefahr für den Menschen zu reduzieren, wurde von der Tessiner Gesundheitsbehörde die Impfung der Tiere angeordnet. Für diese Impfung musste der Bund der Gesundheitsbehörde erst eine Spezialgenehmigung erteilen, da es in der Schweiz laut dem Institut für Virologie und Immunologie derzeit keine Zulassung für die Anwendung des Impfstoffes gibt. Somit kann der Impfstoff nun importiert und eingesetzt werden. Des Weiteren wurde der Transport der Tiere von einem Betrieb zum anderen untersagt.
Die vom Kanton Tessin eingeleiteten Maßnahmen dienen dazu, der Q-Fieber Infektionsgefahr ein baldiges Ende zu bereiten. Als wahrscheinliche Ursache für die hohe Infektionsrate wird die Geburt der ersten Zicklein vor ein paar Monaten angesehen. Außerdem haben wohl die Trockenheit und der Wind der vergangenen Monate auch dazu beigetragen, dass sich das Q-Fieber ausbreiten konnte.
(Quellen: ProMED-mail, 04.06.2019, Archivnummer: 20190604.6502499, www.fm1today.ch; www.srf.ch )


© VKA / Fotolia ©VIGE.co / Fotolia Foto

Workshops

Informationen für Human- und Veterinärmedizin zum Thema Q-Fieber
bei Menschen und kleinen Wiederkäuern

„Wie können wir Wissenslücken über Q-Fieber bei Human- und Veterinärmedizinern schließen?“

Diese Leitfrage stand im Zentrum der beiden Workshops, die am 23. und 24. Mai 2019 in Hannover stattfanden.
Für den Bereich Humanmedizin sowie für den Bereich Veterinärmedizin fand jeweils ein Workshop statt, um auf die
unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen beider Berufsgruppen einzugehen. Innerhalb dieser beiden
Berufsgruppen waren Vertreter aus der Praxis und aus dem öffentlichen Gesundheitswesen in den Workshops aktiv,
um die Besonderheiten in beiden Tätigkeitsbereichen zu berücksichtigen. Bei den Veterinärmedizinern lag zudem ein
Schwerpunkt auf denen, die in ihrem Fachbereich mit kleinen Wiederkäuern und/oder Rindern zu tun haben.
Gemeinsam erarbeiteten neun Teilnehmer pro Workshop, welches Wissen über Q-Fieber den Kolleginnen und
Kollegen in der jeweiligen Berufsgruppe sowie in dem entsprechenden Tätigkeitsbereich fehlt.
Anschließend beantworteten die Teilnehmer die Frage, welche Methoden am besten dafür geeignet sind, um ihren
Kolleginnen und Kollegen Wissen zu einem bestimmten Thema zu vermitteln. Dabei berücksichtigten die Teilnehmer
vor allem solche Methoden zur Wissensvermittlung, die notwendig sind, wenn die angesprochenen Human- und
Veterinärmediziner für das Thema noch nicht sensibilisiert sind.
Die Erkenntnisse aus den bisherigen Fragestellungen nutzten die Teilnehmer dann, um die optimalen Methoden zu
identifizieren, mit denen die Wissenslücken über Q-Fieber bei Human- und Veterinärmedizinern geschlossen werden
können.
Besonders wichtig war den Teilnehmern die interdisziplinäre Kommunikation über Q-Fieber. Ein direkter Austausch
zwischen Human- und Veterinärmedizinern sowie zwischen den beiden Tätigkeitsbereichen „Praxis“ und
„öffentliches Gesundheitswesen“ war in beiden Workshops zentrales Thema.
Q-GAPS wird diese Ergebnisse – zusammen mit den Ergebnissen aus der vorangegangenen Online-Umfrage (Siehe unten)
– nun dafür nutzen, damit Human- und Veterinärmediziner das notwendige Wissen über Q-Fieber vermittelt bekommen.

Teilprojekt 2
Fenja Winter
Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung
WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health
at the Human-Animal-Environment Interface
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover


© VKA / Fotolia ©VIGE.co / Fotolia Foto

Online-Umfrage

Informationen für Human- und Veterinärmedizin zum Thema Q-Fieber
bei Menschen und kleinen Wiederkäuern

„Welche Wissenslücken über Q-Fieber gibt es bei Human- und Veterinärmedizinern?“

Um diese Frage zu beantworten fand bundesweit vom 15.12.2018 bis 15.03.2019 eine Online-Umfrage statt, die an
Human- und Veterinärmediziner in der Praxis und im öffentlichen Gesundheitswesen adressiert war. Bei den
angesprochenen Veterinärmedizinern wurde zudem ein Schwerpunkt auf solche gelegt, die in ihrem Fachbereich mit
kleinen Wiederkäuern und/oder Rindern zu tun haben.
An der Umfrage nahmen 343 Humanmediziner teil. Davon 158 Humanmediziner aus der Praxis und 185
Humanmediziner aus dem öffentlichen Gesundheitswesen. Die Teilnehmerzahl auf Seiten der Veterinärmediziner
belief sich auf insgesamt 493. Davon 134 Veterinärmediziner aus der Praxis und 359 Veterinärmediziner aus dem
öffentlichen Gesundheitswesen.
Die Umfrage enthielt jeweils ein Fallbeispiel sowie Fragen zu Diagnose, Therapie und Prävention von Q-Fieber beim
Menschen (Umfrage-Bereich für Humanmediziner) sowie bei kleinen Wiederkäuern (Umfrage-Bereich für
Veterinärmediziner). Außerdem wurde bei der Fragestellung für beide Umfrage-Bereiche Wert auf die Bedeutung
von Q-Fieber als Zoonose gelegt.
Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ für Deutschland, durch die hohe Teilnehmerbereitschaft ist
jedoch eine gute Einschätzung der Wissenslücken über Q-Fieber bei Veterinär- und Humanmedizinern möglich.
Q-GAPS wird die Erkenntnisse aus der Umfrage dafür nutzen, damit genau die Informationen zu den Human- und
Veterinärmedizinern gelangen, die diese in ihrer täglichen Arbeit benötigen.

Teilprojekt 2
Fenja Winter
Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung
WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health
at the Human-Animal-Environment Interface
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover


Map of the Netherlands
©pixabay

Meldung vom 14.02.19
Quelle: https://ncoh.nl/news/


Q-Fieber Mortalität des niederländischen Ausbruchs von 2007-2010 nach oben auf 95 Todesfälle korrigiert

Während des Q-Fieber Ausbruchs von 2007-2010 in den Niederlanden infizierte sich eine beispiellos hohe Zahl an Menschen mit dem Q-Fieber verursachenden Bakterium Coxiella burnetii. (Anmerkung: Neben den über 4.000 diagnostizierten Fällen wird von einer Dunkelziffer ausgegangen, die bis zum 10- fachen darüber liegen könnte – s. Kampschreur et al. Epidemiol. Infect. 2013).
Einige dieser Patienten entwickelten chronisches Q-Fieber, bei dem Gefäßwände und Herzklappen infiziert werden. Bei etwa der Hälfte dieser Patienten zeigten sich Komplikationen wie Herzversagen oder eine Aortenruptur. Die Prognose ist häufig ungünstig. Von allen Patienten, die an Q-Fieber verstorben waren, starben 55% innerhalb eines Jahres nach der Diagnosestellung.
Seit 2010 werden die Patientendaten aus 45 Krankenhäusern von allen Patienten mit chronischem Q-Fieber in der Nationalen Chronischen Q-Fieber Datenbank, einer Zusammenarbeit zwischen dem University Medical Center (UMC) Utrecht, dem Radboud University Medical Center in Nijmegen und dem Jeroen Bosch Hospital in ‘s Hertogenbosch, gesammelt.
2016 enthielt diese Datenbank Daten von 439 Patienten, die zeigten, dass wohl seit dem Ausbruch 65 dieser Patienten aufgrund der Auswirkungen von chronischem Q-Fieber verstorben waren. Mit den 9 aufgrund von akutem Q-Fieber verstorbenen Patienten ergab sich 2016 eine Q-Fieber Mortalität von 74 Patienten. 2018 wurden die Daten aktualisiert, so dass derzeit 519 Patienten mit chronischem Q-Fieber registriert sind. Dieser Anstieg lässt sich fast gänzlich auf Patienten zurückführen, bei denen nach 2016 chronisches Q-Fieber diagnostiziert wurde. Bis 2018 wurden 86 Patienten registriert, die an den Folgen von Q-Fieber verstarben - also 21 mehr als 2016. Das bedeutet, dass die Gesamtzahl der infolge von chronischem und akutem Q-Fieber verstorbenen Patienten bis 2018 auf 95 angestiegen ist.
(Inhalt übersetzt und gekürzt wiedergegeben)


©Tolonews

Meldung vom 24.01.19
Quelle: www.tolonews.com

Bei mindestens 90 Angehörigen der britischen Streitkräfte wurde nach ihrem Einsatz (2008 – 2014) in Helmand, Afghanistan Q-Fieber diagnostiziert und bestätigt. Laut dem britischen militärischen Informations- und Nachrichtendienst, Forces Network, berichtete ein auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und Tropenmedizin tätiger Gutachter im Rahmen eines Gerichtsverfahrens, das ein betroffener britischer Soldat gegen das britische Verteidigungsministerium angestrengt hatte, dem zentralen Landgericht in London am [Di 22 Jan 2019], dass 90 bestätigte Q-Fieberfälle bei britischen Soldaten, die in Helmand, Afghanistan im Einsatz waren, registriert wurden. (Übersetzt aus: ProMED Digest, Vol 79, Issue 77 Q – AFG)